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25. Kongress Städtebaulicher Denkmalschutz

Vielfalt mit Zukunft – Aufbruch aus dem Bestand

29. - 30. August 2017 in Quedlinburg

Schwerpunktthemen

Themenwerkstatt I - Bestandsorientiert: Orte historischer Bausubstanz und qualitätvollen Städtebaus

Denkmale, besonders erhaltenswerte Bausubstanz und weitere Bauten – Gebäudebestände verschiedener Zeitschichten machen den baulichen Bestand der europäischen Stadt einzigartig. Oberste Priorität hat auch 25 Jahre nach Einführung des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz die Sicherung und Erhaltung der Gebäudebestände. Um den sich ständig ändernden Anforderungen von Nutzern und Nutzungen gerecht zu werden, ist neben der Bewahrung der Substanz eine Anpassung der Gebäudebestände an aktuelle Anforderungen erforderlich. So werden Bestandsgebäude durch Umbaumaßnahmen, Ergänzungsbauten und eine energetische Ertüchtigung zukunftsfähig gemacht und großformatige Bauten, die ihren ursprünglichen Nutzungszweck verloren haben, durch Nachnutzungskonzepte und Umbauten wieder marktgängig. Da Plätze und Straßenzüge als bauliche Zeugnisse vergangener Zeiten das Stadtbild maßgeblich bestimmen sichert der erhaltungsorientierte Umgang mit bestehenden Gebäudebeständen dauerhaft die Ablesbarkeit zusammenhängender Baustrukturen und Stadträume. Aktuelle Trends wie Erreichbarkeit für Alle (Barrierefreiheit / Barrierearmut) sowie die Reduzierung von motorisiertem Individualverkehr in Innenstädten fordern eine bewusste Auseinandersetzung mit den Gestaltungsmöglichkeiten von Freiräumen und ihrer Wirkung auf den Gebäudebestand.

Themenwerkstatt II - Lebendig: Orte der Multifunktionalität und Lebensqualität

Historische Stadtquartiere zeichnen sich in hohem Maß durch ihre Lebendigkeit und Vielfalt aus – unterschiedliche Nutzungen, wie Handel, Gewerbe, Dienstleistungen, Handwerk, Wohnen, Tourismus, Kultur und soziale Infrastruktur führen zu einer hohen Nutzungsintensität und schaffen eine besondere Lebens- und Aufenthaltsqualität für Bewohner und weitere Nutzergruppen. Die Sicherung und Förderung von Multifunktionalität bei unterschiedlichen Entwicklungstendenzen ist eine der zentralen Aufgaben des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz. Dazu gehört einerseits die bewusste Steuerung von Ansiedlungen bei Nutzungsdruck als auch die Schaffung von Anreizen bei mangelnder Nachfrage und Leerstand. Hierbei können neben dauerhaften auch temporäre Nutzungen helfen, ein Stadtquartier zu beleben und Folgenutzungen zu initiieren. Ein wesentlicher Faktor ist die Belebung und Nachnutzung großer Brocken, da diese große Auswirkungen auf ihr unmittelbares Umfeld entfalten. Eine Intensivierung der Wohnnutzung ist dabei stets ein zentraler Baustein des Erfolgrezeptes für ein multifunktionales, lebenswertes Stadtquartier.

Themenwerkstatt III - Kommunikativ: Orte des Austausches und der Teilhabe

Historische Stadtquartiere haben aufgrund ihrer baulichen Zeugnisse aus der Vergangenheit und deren stadtbildprägender Charakteristika einen hohen Identifikationswert. Daraus resultieren der Wunsch und der Bedarf nach Teilhabe in der Stadtgesellschaft. Eine frühzeitige und transparente Einbindung der Bewohnerinnen und Bewohner bei Stadtentwicklungsprozessen ist unabdingbar und bringt neue Impulse und Dynamiken für die Entwicklung historischer Stadtquartiere. Information und Beteiligung stärken das Zugehörigkeitsgefühl und sind Grundlage für zivilgesellschaftliches und privatwirtschaftliches Engagement in der eigenen Stadt. Neben der Aktivierung der Bürgergesellschaft ist der offensive Dialog aller fachlich Beteiligung im Rahmen der integrierten Stadtentwicklung wichtig – ihre Aktivierung kann die Umsetzung von Einzelmaßnahmen anregen und diese weiter qualifizieren.

Themenwerkstatt IV - Prozessorientiert: Vorgehen und Instrumente in der kommunalen Handlungspraxis

Die Aufnahme als Programmkommune in die Städtebauförderung bietet den Kommunen einerseits besondere Möglichkeiten, bringt jedoch auch zusätzliche Aufgaben mit sich, die in das kommunale Verwaltungshandeln zu integrieren sind. Die Hauptverantwortung für die Umsetzung der Gesamtmaßnahme liegt bei der Kommune und bedarf einer entsprechenden Steuerung und Koordination. Im Sinne einer integrierten Vorgehensweise sind die Ziele der Gesamtmaßnahme in den formellen und informellen Planungen und Konzepten sowie der übergeordneten Handlungsstrategie der Kommune zu integrieren. Im Laufe der Programmumsetzung ist eine kontinuierliche Überprüfung der Vorgehensweise erforderlich, um eine optimale Vorgehensweise sicherzustellen sowie diese erfolgreich nach Innen und Außen zu vermitteln. Gerade auch zum Start einer neuen Gesamtmaßnahme sind einerseits verschiedene verfahrenrechtliche Schritte notwendig, anderereseits können unterschiedliche konzpetionelle und planerische Instrumentarien die Programmumsetzung befördern. Neben der zwingenden Voraussetzung eines Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes, gibt es formelle und informelle, teilräumliche und sektorale Planungen und Konzepte, die idealerweise das Grundgerüst für eine stringente Handlungsstrategie bilden.

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25. Kongress Städtebaulicher Denkmalschutz
29. - 30. August 2017, Quedlinburg